Tobi featuring Matthias Reim

Matthias Reim im Interview

Vor rund 30 Jahren veröffentlichte Matthias Reim den Song „Verdammt, ich lieb‘ dich“ – heute würde man wohl von einem „Smash-Hit“ sprechen. Im Oktober 2019 veröffentlichte der Schlagerkünstler sein aktuelles Album „MR20“ und ist in den kommenden Monaten wieder fleißig auf Tour. Genug Gründe, mit ihm über die Erfolge, die Schwierigkeiten und die Geschehnisse in der Zwischenzeit zu sprechen.

„Deep Purple und Led Zeppelin“ – waren das wirklich Ihre großen musikalischen Vorbilder?

Matthias Reim: Wenn Sie unter Vorbild verstehen, dass ich ihnen musikalisch nacheifern wollte – eigentlich nicht. Damals dachte ich auch noch nicht daran, Komponist zu werden. Es waren einfach die Helden meiner Jugend. Ich verehre sie auch heute noch als Musiker – und mein Song „Deep Purple und Led Zeppelin“ auf dem neuen Album ist so was wie meine musikalische Verbeugung vor diese Musikern. Sie scheinen erstaunt zu sein – das will ich Sie noch etwas „schocken“: Auch „Ozzy Osbourne“ gehört zu meinen Helden…

Sie schreiben auf Ihrer Website von den „guten alten Zeiten“, als „Verdammt, ich lieb dich“ erschien. Nervt es auch mal, immer mit dem gleichen Lied in Verbindung gebracht zu werden?

Matthias Reim: Im Gegenteil – dieser Song war für mich ein Gottesgeschenk, ihm verdanke ich meine ganze Karriere – ohne „Verdammt, ich lieb dich“ wäre ich möglicherweise auch heute noch ein Studiomusiker, der hin und wieder auch mal für andere Sänger komponieren darf! Der Tag, an dem ich dieses Lied komponiert und getextet habe, ist ein Glückstag in meinem Leben. Dabei war das Ganze ein spontaner Einfall – ich habe die Melodie und Textidee in einer Stunde gehabt. Vor genau 30 Jahren – in diesem Jahr feiere ich 30jähriges Jubiläum… Und ich will Ihnen noch etwas sagen: In jedem meiner Konzerte freue ich mich auf den Augenblick, in dem ich dieses Lied singe – und spüre, dass mein Publikum auch auf diesem magischen Moment wartet, wenn ich anfange zu singen: „Ich ziehe durch die Straßen bis nach Mitternacht…“!

Den Künstler und auch den Menschen Matthias Reim zeichnet ja noch mehr aus – was brauchen Sie, um wirklich glücklich zu sein? Was ist die „Leichtigkeit des Seins“ für Sie persönlich?

Matthias Reim: Schwer zu sagen. Vielleicht kann man so sagen: Ich bin ein Mensch, der einerseits immer noch mehr will als er hat – aber auf der anderen mit dem, was er erreicht hat, restlos glücklich ist. Die Zeiten, in denen es mir schlecht ging, haben mich gelehrt, dass man für alles dankbar sein muss…

Foto: Lara Jankovic

Wenn Sie den Verlauf Ihrer Karriere betrachten: Was hat sich grundlegend an der deutschen Musik geändert?

Matthias Reim: Deutschsprachige Musik hat sich mehr dem internationalen Trend angepasst. Natürlich gibt es da die große Revolution mit der jungen Hip-Hop-Musik. Damit hat sich auch in Deutschland ein ganz neuer Musikstil etabliert und beherrscht, vor allem den digitalen Markt. Aber gute Melodien und gute Texte werden immer bestehen bleiben und ihr Publikum finden – ob live, auf Tonträgern oder über das Internet.

Sie stehen für die Verkörperung eines freiheitliebenden Mannes. Lederjacke, zerrissene Jeans, Motorrad. Was zeichnet für Sie einen „typischen Kerl“ aus?

Matthias Reim: Ach, ich weiß nicht, ob ich wirklich ein typischer Kerl bin – ich bin einfach so, wie ich bin – in der Kleidung, in meinen Texten und in der Musik. Vielleicht ist das auch ein Teil meines Erfolgs: Die Menschen spüren, dass ich authentisch bin…

Wie entstand die Idee zu „Nicht verdient“ mit Michelle?

Matthias Reim: Da muss ich leider sagen: Das ist ein toller Song, mit einem tollen Text, der für Michelle und mich richtig richtig maßgeschneidert ist. Kein anderes Duo könnte diesen Song wahrscheinlich ebenso glaubhaft singen wie gerade wir zwei. Leider aber habe nicht ich ihn geschrieben, es war ein junger, unglaublich begabter Musiker, mit dem ich zusammenarbeite.

Es gab auch mal nicht so schöne gesundheitliche Zeiten. Würden Sie heute in Ihrem Leben etwas anders machen?

Matthias Reim: Nein, ich stehe auch zu meinen Fehlern. Auch die haben mich zu dem gemacht, der ich heute bin.

Was ist Ihr Plan bis zum Erscheinen von MR30?

Matthias Reim: Das kann ich Ihnen in zwei Jahren sagen… Oder in drei…

Sie spielen im Sommer beim Summer Island – Open Air. Ist der Sommer ihre „Lieblings-Jahreszeit“? Und was zeichnet für Sie den Reiz eines Open-Airs aus?

Matthias Reim: Ich habe vier Lieblings-Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Der Sommer gehört den Open-Air-Konzerten. In diesem Jahr sind es wieder rund zwei Dutzend – ich liebe sie wegen ihrer relaxten Atmosphäre. Das sind so was wie große Familienfeste für mich. Es sind ganz große Konzerte wie die beiden Konzerte in Dresden vor 10.000 Zuschauern – manchmal auch Auftritte bei Festivals mit anderen Künstlern – so wie mit meinen Freunden von VoxxxClub – jedes Konzert hat eine eigene Atmosphäre – es wird nie langweilig..

Welchen Tipp würden Sie aus heutiger Sicht dem 16-jährigen Matthias Reim mit auf den Weg geben?

Matthias Reim: Ich habe ja das kleine, aber schöne Problem, dass zwei meiner Kinder den gleichen Beruf gewählt haben. Ich gebe ihnen nur zwei Ratschläge aber zwei ganz wichtige: Vor allem – geht euren eigenen Weg, den Ihr finden müsst, auch vielleicht über ein paar Irrwege, aus denen Ihr lernen müsst. Und zweitens: Denkt nicht, das Ganze ist ein Kinderspiel. Showbusiness ist auch eine harte Arbeit.

Vielen Dank für die Zeit, Matthias Reim!

Matthias Reim
Foto: Mischa Lorenz

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Weitere Informationen über Matthias Reim gibt es auf seiner Website: www.matthiasreim.de

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